Jacques Copeau (1879 - 1949)

Schauspieler, Regisseur, Autor und Kritiker

gilt als einer der großen Theatermacher des 19ten Jh. und mit Stanislawski als Begründer der zeitgenössischen Pädagogik des Theaters.

Zentraler Gedanke seiner Theaterarbeit war die Retheatralisierung des Theaters aus seinen ursprünglichen, einfachsten Mitteln heraus als Gegenposition zum "Die Wirklichkeit imitierenden naturalistischen Theater". Mit seinem "Théâtre du Vieux-Colombier" (gegr. 1913 in Paris) - in dem er Elemente der Volkstheatertradition und der Commedia dell'arte aufnahm, begründete er die Tradition der kleinen Theater. Theaterarbeit war für Copeau stets mehr als nur Profession, sie war immer auch Lebensprogramm. Der Ausbildung eines neuen Schauspielstils diente eine eigene, von Suzanne Bing geleitete Schauspielschule, in der, orientiert an der Arbeit des Hellerauer Instituts (in Dresden), nach den Methoden von Adolphe Appia und Émile Jacques Dalcroze entwickelten gymnastischen Körpertrainings und den Improvisationstechniken der Commedia dell'arte unterrichtet wurde. Die Methode der Schauspielerin und Lehrerin Suzanne Bing war wegweisend für die Entwicklung der modernen Mime, der Improvisationstechniken, der Maske und für das physische Training des Schauspielers. Copeaus Theaterarbeit, seine Vision eines neuen Theaters und seine Trainingsmethoden, die auf Bewegung und Körperlichkeit basieren, beeinflußte zahlreiche Theatermacher wie Étienne Decroux, Charles Dullin, Jean Louis Barrault, Jacques Lecoq, Marcel Marceau und Antonin Artaud.